Kükentöten

Für die Produktion von Hähnchenfleisch und Eiern werden weltweit verschiedene Rassen verwendet. Diese unterscheiden sich grundsätzlich in zwei Eigenschaften.

Mastrassen sind für die Fleischproduktion gezüchtet, d. h., sie setzen innerhalb von kurzer Zeit viel Fleisch an und verwerten ihr Futter sehr effizient. Legerassen dagegen wachsen verhältnismäßig langsam. Die Hennen schaffen es jedoch, jeweils 300 Eier pro Jahr zu legen, und setzen ihre Energie entsprechend effizient zur Eierzeugung ein. Nach ihrer Legeperiode von ca. einem Jahr werden sie als Suppenhühner vermarktet.

Die Zucht hat sich somit in den letzten Jahrzehnten immer stärker auf diese zwei Richtungen konzentriert: schnelles Fleischwachstum bei Mastrassen und hohe Legeleistung bei Legerassen. Diese Tendenz hat den Nachteil, dass die männlichen Küken der Legerassen keine Verwendung finden. Sie setzen zu wenig Fleisch an, verwerten ihr Futter ineffizient und können keine Eier legen. Deshalb werden diese Küken direkt nach dem Schlupf in den Brütereien aussortiert und getötet. In Deutschland beläuft sich die Menge auf rund 45 Millionen männliche Küken im Jahr.

Warum werden überhaupt so viele Küken getötet?

Zur Rechtslage

Das deutsche Tierschutzgesetz besagt in § 1 unter anderem: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Als vernünftiger Grund gilt zum Beispiel die Produktion von Lebensmitteln, was das Schlachten und Töten von Tieren voraussetzt.

Das Töten der männlichen Küken aus Legerassen, nur weil sie keine Eier legen können, ist grundsätzlich kein vernünftiger Grund. Da es jedoch bisher keine wirtschaftlich tragbare Alternative für Brütereien gibt, genießen die Betriebe bis dato gerichtliche Ausnahmegenehmigungen. Das Kükentöten wird deshalb bisher nicht unterbunden. Sollte es jedoch zu einer wirtschaftlich tragbaren Alternative für die Brütereien kommen, kann davon ausgegangen werden, dass das Verbot des Kükentötens auch juristisch durchsetzbar ist.