Lieferkette von Schaleneiern

Um die einschlägigen Veränderungen des SELEGGT-Verfahrens besser verstehen zu können, ist es wichtig, die Lieferkette von Schaleneiern in Deutschland genauer zu betrachten.

Vom Brutei zum Konsumei

Die bisherige Branchenpraxis zeichnet sich wie folgt ab:

Im Jahr werden in Deutschland ca. 100 Millionen Bruteier benötigt, um im Rahmen eines kontinuierlichen Prozesses die Legehennenbetriebe ständig mit neuen Junghennen versorgen zu können. Die Bruteier stammen aus Elterntierfarmen, wo Hennen und Hähne gemeinsam in einem Verhältnis von 9:1 gehalten werden. Die dort erzeugten befruchteten Bruteier werden ständig an spezialisierte Brütereien geliefert. Dort werden sie in sogenannten „Vorbrutschränken“ 18 Tage lang gebrütet.

Am 18. Bruttag werden die Bruteier dem Vorbrutschrank entnommen und zunächst mittels Durchleuchtung oder einer Herzschlagmessung überprüft, ob das einzelne Ei befruchtet ist. Die unbefruchteten sogenannten Schiereier (ca. 10 %) werden aussortiert. Die restlichen befruchteten Eier werden von den Bruthorden in Schlupfkisten umgelagert und für ca. 4 Tage weiter gebrütet.

An Tag 21/22 schlüpfen die Küken. Direkt nach dem Schlupf werden die Tiere manuell nach deren Geschlecht sortiert. Es gibt Rassen, bei denen am Federkleid der Küken optisch zwischen Männchen und Weibchen unterschieden werden kann. Beim Großteil der in Deutschland ausgebrüteten Küken von Legerassen handelt es sich jedoch um Rassen, bei denen nur durch einen gut geschulten Blick sowie durch sensibles Tasten auf die Kloake der Tiere das Geschlecht bestimmt werden kann. Die Tiere werden also händisch sortiert. Daraufhin werden die männlichen Eintagsküken der Legerasse mittels einer CO2-Begasung in einen Schlaf versetzt und anschließend getötet.

Die getöteten männlichen Küken finden unter anderem eine Verwertung als Reptilienfutter in Zoos. Die geschlüpften weiblichen Küken werden noch in der Brüterei geimpft und unmittelbar im Anschluss an Aufzuchtbetriebe ausgeliefert. Nach einer Aufzuchtzeit von ca. 18 Wochen werden dann die Junghennen in die Legehennenbetriebe überführt und beginnen dort, ab der 20. Lebenswoche Eier zu legen. In der nun anschließenden durchschnittlich ein Jahr dauernden Legeperiode legen die Hennen mindestens 300 Konsumeier.

Im Alter von ca. 80 Wochen werden die Hennen geschlachtet und unter anderem als Suppenhühner vermarktet.

Ca. 50 % der gelegten Eier gehören zu den Größenklasse „M“ und „L“ und werden hauptsächlich als abgepackte Eier direkt an den Endverbraucher vermarktet. Untergrößen und Übergrößen sowie Brucheier gelangen in ein Aufschlagewerk. Hier werden unterschiedliche Eiprodukte (z. B. Volleipulver) erzeugt, die als Rohstoffe in verschiedenen Bereichen der Lebensmittelindustrie Verwendung finden.

Brüterei Abläufe ohne Bestimmung des Geschlechts

Auf Grund der Tatsache, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein praxistaugliches Verfahren der Geschlechtsbestimmung im Brutei gibt, stellen sich die innerbetrieblichen Abläufe aktueller Brütereien wie folgt dar:

Brüterei Abläufe mit SELEGGT-Verfahren

Mit Hilfe des SELEGGT-Verfahrens werden sich zukünftig die innerbetrieblichen Prozesse in einer SELEGGT-Brüterei, wie in der Grafik gezeigt, verändern:

Das SELEGGT Verfahren verursacht zahlreiche Veränderungen in den Abläufen innerhalb der Brütereien.

Die Bruteier gelangen vorerst ebenfalls in den „Vorbrutschrank“. Dort werden sie 9 Tage gebrütet. An Tag 9 werden die Eier bereits geschiert, d. h. es wird kontrolliert, ob die Eier befruchtet sind. Daraufhin durchlaufen die befruchteten Eier das SELEGGT Verfahren, um das Geschlecht zu bestimmen.

Die aussortierten männlichen Bruteier werden zusammen mit den unbefruchteten Schiereiern unmittelbar zu einem wertvollen Futtermittel weiter verarbeitet.

Die weiblichen Bruteier werden wieder in die Vorbrutschränke zurückgeführt und bis zum 18. Bruttag weiter gebrütet. Dann erfolgt lediglich eine Umlage in die Schlupfkisten, sodass nach weiteren 3 Tagen Brutzeit nur noch weibliche Küken schlüpfen.

Im Anschluss an die Aufzucht gelangen die Junghennen wie gewohnt in die Legebetriebe und beginnen mit der Legeperiode. Diese Eier werden mit dem Mehrwert „Ohne Kükentöten“ – Dank Geschlechtsbestimmung im Brutei vermarktet. Mehr Informationen dazu finden Sie unter unserer Verbraucherseite: respeggt.com.